Fragen an den Urologen

Fragen an den Urologen – der klare Leitfaden vor dem Termin

Damit Sie den Termin mit Notizen, klaren Fragen und verständlichen Begriffen vorbereiten können.

Allgemeine Information – ersetzt keinen Arztbesuch.

Vorbereitung

Schreiben Sie Ihre Fragen vorher auf. Notieren Sie Beschwerden und seit wann sie bestehen. Listen Sie Medikamente auf (Rezept, Apotheke ohne Rezept, Nahrungsergnzung). Schreiben Sie bekannte Erkrankungen und Allergien auf. Nehmen Sie vorhandene Befunde mit, wenn Sie welche haben.

Oft hilfreich:

  • elektronische Gesundheitskarte
  • überweisung, falls nötig
  • Medikationsplan
  • frühere Befunde und Bilder
  • Allergiepass, falls vorhanden

Beginnen Sie im Gespräch mit dem Anliegen, das Ihnen am wichtigsten ist.

Dieser Text ersetzt keinen Arztbesuch. Sie müssen sich nicht selbst diagnostizieren.

Checkliste Beschwerden

Nutzen Sie diese Liste als Merkhilfe — nicht als Selbstdiagnose.

Notieren Sie zum Beispiel:

  • Wann begannen die Beschwerden?
  • Wie haben sie sich verändert?
  • Wie oft müssen Sie nachts urinieren?
  • Ist der Harnstrahl schwächer geworden?
  • Bleibt ein Gefühl, dass die Blase nicht leer ist?
  • Müssen Sie plötzlich und dringend zur Toilette?
  • Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen?
  • Sehen Sie Blut im Urin?
  • Haben Sie Fieber?
  • Haben Sie Flankenschmerzen (Seite / unterer Rücken)?

Auch wichtig können sein: Begleiterkrankungen, frühere Operationen, Medikamente, Lebensgewohnheiten und Fragen zur Sexualfunktion.

LUTS bedeutet: Beschwerden der unteren Harnwege (Speichern, Entleeren, nächtliches Wasserlassen). Solche Beschwerden haben verschiedene mögliche Ursachen. LUTS bedeutet nicht automatisch Prostatakrebs.

Frageliste: PSA

PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweißwert im Blut, der mit der Prostata zusammenhängt. Die Deutung gehört in das Arztgespräch.

Nach der S3-Leitlinie Prostatakarzinom kann Männern ab 45 Jahren mit ausreichender Lebenserwartung nach einem offenen Beratungsgespräch eine PSA-basierte Früherkennung angeboten werden, wenn sie das möchten. Die digitale rektale Untersuchung (DRU) wird für die Früherkennung allein nicht mehr empfohlen.

IQWiG betont: Nutzen und mögliche Nachteile (zum Beispiel überdiagnose) müssen Sie für sich abwägen. Kontrollabstände und nächste Schritte hängen vom Wert und Ihrer Gesamtsituation ab. Das besprechen Sie mit Ihrer ärztin oder Ihrem Arzt.

Fragen, die Sie stellen können:

  1. Was bedeutet mein PSA-Wert konkret für mich?
  2. Welche Vorteile und welche Nachteile hat der Test für mich?
  3. Wann wäre eine Kontrolle sinnvoll?
  4. Was wären mögliche nächste Schritte, und was bedeuten sie?
  5. Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse — und was müsste ich selbst zahlen?
  6. Wenn ich schon frühere Werte habe: Wie lesen wir den Verlauf?

Frageliste: Wasserlassen / LUTS

LUTS = Beschwerden der unteren Harnwege. Dazu können gehören: häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, schwacher Strahl, Gefühl von Restharn.

Fragen, die Sie stellen können:

  1. Wie stark belasten meine Beschwerden den Alltag — und was bedeutet das medizinisch?
  2. Welche Ursachen kommen bei mir infrage?
  3. Welche Untersuchungen sind bei mir sinnvoll?
  4. Beeinflussen meine Medikamente oder Getränke (Kaffee, Alkohol) die Beschwerden?
  5. Was kann ich selbst im Alltag beachten?
  6. Wie hängen Wasserlassen und Sexualität zusammen — und wie sprechen wir darüber?

Fragebögen wie der IPSS können Beschwerden strukturiert erfassen. Sie stellen keine Diagnose.

Frageliste: Steine

Nieren- und Harnleitersteine entstehen, wenn Bestandteile des Urins Kristalle bilden. Kleine Steine können ohne Beschwerden bleiben. Wandert ein Stein im Harnleiter, kann eine starke, wellenfrmige Schmerzattacke (Kolik) entstehen.

Fragen, die Sie stellen knnen:

  1. Könnten meine Schmerzen zu einem Stein passen — und was müssen wir ausschließen?
  2. Welche Untersuchungen brauchen wir (zum Beispiel Ultraschall)?
  3. Was bedeuten Blut im Urin oder Fieber in diesem Zusammenhang?
  4. Wie viel sollte ich trinken — und was passt zu meiner Situation?
  5. Hatte ich schon einmal Steine — und was folgt daraus?
  6. Wann muss ich sofort Hilfe suchen?

Frageliste: Infekte / Blase

Eine Blasenentzündung kann sich zum Beispiel so ußern: Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang, Druck im Unterbauch.

Fragen, die Sie stellen können:

  1. Passt das Bild zu einer Blasenentzündung — oder müssen wir anderes abklären?
  2. Brauche ich eine Urinuntersuchung, und wann?
  3. Was bedeuten Fieber, Schüttelfrost oder Flankenschmerzen?
  4. Was kann ich bis zum Termin selbst beachten?
  5. Wann sollte ich die Praxis oder den Notdienst erneut kontaktieren?
  6. Was tun wir bei wiederkehrenden Infekten?

Frageliste: Erektion

Erektile Dysfunktion (ED) bedeutet Schwierigkeiten mit der Erektion beim Geschlechtsverkehr. Ob das auf Sie zutrifft und wie lange, klärt nur das Arztgespräch.

Mgliche Ursachenbereiche sind zum Beispiel: Gefäße, Diabetes, Herz-Kreislauf, Hormone, Medikamente, psychische und Beziehungsfaktoren. Die Zuordnung zu Ihrer Person trifft nur das Arztgespräch. ED kann auch ein Anlass sein, das Herz-Kreislauf-Risiko ärztlich zu besprechen.

Fragen, die Sie stellen können:

  1. Welche Ursachen kommen bei mir infrage?
  2. Welche Untersuchungen sind sinnvoll?
  3. Welche Behandlungswege gibt es grundstzlich?
  4. Können meine Medikamente eine Rolle spielen?
  5. Wie sprechen wir über Partnerschaft und Belastung, wenn das Thema ist?
  6. Was ist der nächste konkrete Schritt nach diesem Gespräch?

Glossar

  • PSA — Eiweißwert im Blut, der mit der Prostata zusammenhngt.
  • LUTS — Beschwerden der unteren Harnwege.
  • BPS / BPH — gutartige Vergrößerung der Prostata.
  • Hämaturie — Blut im Urin.
  • Restharn — Urin, der nach dem Wasserlassen in der Blase bleibt.
  • Uroflowmetrie — Messung der Harnstrahlstärke.
  • Sonographie — Ultraschalluntersuchung.
  • DRU — Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm.
  • Medikationsplan — übersicht Ihrer Arzneimittel.

Fußnoten (Glossar)

  1. IQWiG — PSA-Test
  2. EAU — Male LUTS
  3. gesund.bund.de — BPS
  4. USG Blut im Urin

Wann Sie rasch medizinische Hilfe brauchen

Das sind Vorbereitungshinweise. Sie sind keine Diagnose.

Suchen Sie rasch medizinische Hilfe, wenn zum Beispiel:

  • Sie kaum oder gar nicht Wasser lassen können
  • Fieber oder Schttelfrost zusammen mit Harnwegs- oder Flankenbeschwerden auftreten
  • sehr starke Flanken- oder kolikartige Schmerzen bestehen, besonders mit Fieber
  • sichtbares Blut im Urin mit Gerinnseln, Störung beim Wasserlassen oder Kreislaufverschlechterung vorkommt
  • nach einem Unfall Blut im Urin oder Schmerzen auftreten

Beurteilen Sie die Lage nicht allein anhand dieses Textes.

Notizseite

Wichtigstes Anliegen:

Beschwerden seit / Verlauf:

Medikamente / Medikationsplan:

Vorbefunde / Befunde:

Meine Fragen:

gesund.bund.de — Gut vorbereitet für den Arztbesuch

Allgemeine Information – ersetzt keinen Arztbesuch.

Quellenliste

  1. gesund.bund.de — Arztbesuch vorbereiten: https://gesund.bund.de/arztbesuch-vorbereiten
  2. gesund.bund.de — Gutartige Prostatavergrößerung: https://gesund.bund.de/prostatahyperplasie-gutartig
  3. gesund.bund.de — Nierensteine: https://gesund.bund.de/nierensteine
  4. EAU — Non-neurogenic Male LUTS: https://uroweb.org/guidelines/management-of-non-neurogenic-male-luts
  5. USG — Harnwegsinfektionen: https://urologische-stiftung-gesundheit.de/ratgeber/nieren-und-harnwegsinfektionen/
  6. IQWiG — PSA-Test: https://www.gesundheitsinformation.de/der-psa-test-zur-frueherkennung-von-prostatakrebs.html
  7. IQWiG — Nieren-/Harnleitersteine: https://www.gesundheitsinformation.de/nierensteine-und-harnleitersteine.html

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